Aktuelles
„Gehe in die Natur, dort findest du deine Seele.“
Friedrich Nietzsche
Was ist der aktuelle Stand im Windkraftprojekt Dreimärker? Stand September 2026.
Das geplante Windindustriegebiet Dreimärker liegt in einem zusammenhängenden Waldgebiet zwischen den Gemeinden Epfenbach, Spechbach und Lobbach im Rhein-Neckar-Kreis. ABO Energy plant dort die Errichtung von insgesamt sieben Windrädern.
Der Bauantrag für die sieben Anlagen wurde im September 2024 von ABO Energy beim Landratsamt Rhein-Neckar in Heidelberg eingereicht. Eine Entscheidung über den Antrag steht aus. Parallel dazu läuft beim Verband Region Rhein-Neckar die Regionalplanung (Fortschreibung des Teilregionalplans Windenergie). Das Gebiet „Dreimärker / Striet“ ist dort als geplantes Vorranggebiet RNK-VRG-05-W Gegenstand des Regionalplanverfahrens.
Ob das Windindustriegebiet in unserem Wald tatsächlich realisiert wird, ist offen. Neben den noch laufenden Genehmigungs- und Regionalplanverfahren ist inzwischen insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu einer zentralen Frage geworden.
Wirtschaftlichkeit des Projektes offen
ABO Energy hatte bereits im März 2026 öffentlich mitgeteilt, die wirtschaftlichen Parameter des Projektes erneut zu überprüfen. Dazu zählen nach Angaben des Unternehmens unter anderem der Anlagentyp, die Zahl der geplanten Windenergieanlagen und die vereinbarten Pachtzahlungen.
Aktueller Projektstand bei ABO Energy
ABO Energy schreibt derzeit Verluste und befindet sich in einem Sanierungsprozess. Das Unternehmen hat sich mit seinen Finanzierungspartnern darauf verständigt, die bestehende Stillhaltevereinbarung bis zum 30. November 2026 zu verlängern. Nach eigenen Angaben arbeitet ABO Energy weiter an einer tragfähigen langfristigen Sanierungs- und Finanzierungslösung.
ABO Energy – Verlängerung der Stillhaltevereinbarung und Fortsetzung des Sanierungskurses
Im August 2026 erhielten wir konkrete Auskünfte zum Projekt aus den beteiligten Gemeinden. Der Bürgermeister von Spechbach teilte uns mit, ABO Energy habe der Gemeinde angezeigt, dass „auf Basis des bestehenden Vertrages keinerlei Realisierungsmöglichkeit für den Windenergiepark Dreimärker besteht“. Auch der Bürgermeister von Lobbach berichtete uns über eine entsprechende Mitteilung von ABO Energy. Dort lautete die Formulierung, dass „auf Basis des bestehenden Vertrages aller Voraussicht nach keine Realisierungsmöglichkeit für den Windenergiepark Dreimärker“ bestehe.
Die vorliegenden Informationen haben wir zum Anlass genommen, ABO Energy im September in einem Schreiben um eine Stellungnahme zur wirtschaftlichen Neubewertung und zur weiteren Entwicklung des Projekts zu bitten.
ABO Energy antwortet auf unsere Fragen
Unser Schreiben an ABO Energy vom 12. September 2026
ABO Energy teilte uns mit, dass die wirtschaftliche Prüfung des Projektes Dreimärker noch nicht abgeschlossen sei. Zur Begründung verwies ABO Energy ausdrücklich auf die derzeit im parlamentarischen Verfahren befindliche EEG-Novellierung. Damit hängt die weitere wirtschaftliche Bewertung des Projekts offenbar auch davon ab, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen und Förderbedingungen künftig gelten.
Eine Rücknahme des immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsantrags wird nach Angaben des Unternehmens derzeit nicht geprüft. Zur weiteren Planung erklärte ABO Energy:
„Stand jetzt planen wir die Realisierung des Windparks weiterhin wie auf der Projektseite dargestellt.“
Für einen Verkauf oder eine Übertragung des Projekts ergeben sich aus den aktuellen Aussagen von ABO Energy derzeit keine konkreten Anhaltspunkte.
Damit bleibt die weitere Entwicklung offen: ABO Energy hält derzeit am Windpark Dreimärker fest. Ob sich das Projekt unter den künftigen wirtschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen tatsächlich realisieren lässt, ist weiterhin ungeklärt.
Sieben Windräder – Der Preis für den Wald ist höher als gedacht
Parallel zur wirtschaftlichen Neubewertung liegen inzwischen deutlich konkretere Erkenntnisse zu den Auswirkungen des geplanten Windindustriegebietes vor.
Nach den Antragsunterlagen sollen für die sieben Anlagen einschließlich der Wege insgesamt rund 16,62 Hektar Wald in Anspruch genommen werden, was fast eine Verdreifachung der ursprünglichen Planung darstellt.
Hinzu kommen neue Erkenntnisse zum Artenschutz. Sie betreffen unter anderem Schwarzstorch, Rot- und Schwarzmilan sowie verschiedene Fledermausarten. Bei der Mopsfledermaus wurden im Rahmen der projektbezogenen Untersuchungen beispielsweise zwölf Quartiere mittels Telemetrie ermittelt.
Ein weiterer Konflikt betrifft einen Wildtierkorridor von internationaler Bedeutung. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg stellte fest, dass vier der sieben geplanten Anlagen innerhalb der Korridorfläche liegen. Für einen Teilbereich mit einer geplanten Anlage empfahl die Anstalt einen vollständigen Verzicht auf die Planung, um ein ungestörtes Waldband zu erhalten.
Die Regionalplanung steht vor wichtiger Entscheidung
Diese und weitere Erkenntnisse haben wir auch in die laufende Regionalplanung eingebracht (Verfahren zur Fortschreibung des Teilregionalplans Windenergie beim Verband Region Rhein-Neckar).
Seit der zweiten Offenlage haben wir dem Regionalverband mehrere Stellungnahmen zum geplanten Vorranggebiet RNK-VRG-05-W „Dreimärker / Striet“ übermittelt. Zuletzt ging folgender Hinweis von uns an den Regionalverband:
Ergänzender Hinweis der BI zu Artenschutz und Umsetzbarkeitsprognose – September 2026
Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob die bisherige Umsetzbarkeitsprognose für das geplante Vorranggebiet angesichts der inzwischen konkretisierten Erkenntnislage vor dem abschließenden Satzungsbeschluss weiterhin Bestand haben kann.
Nach der uns vorliegenden Auskunft des Verbandes Region Rhein-Neckar ist der Satzungsbeschluss zum Teilregionalplan Windenergie derzeit für Dezember 2026 vorgesehen.
Fazit und Ausblick
Die wirtschaftliche Prüfung durch ABO Energy ist weiterhin nicht abgeschlossen. Eine Rücknahme des Genehmigungsantrags wird nach Auskunft des Unternehmens nicht geprüft. Zugleich erklärt ABO Energy, das Projekt „Stand jetzt“ realisieren zu wollen.
Parallel dazu nähert sich das Regionalplanverfahren einer wichtigen Entscheidung. Die von uns aufgezeigten fachlichen und verfahrensbezogenen Fragen bleiben dabei Gegenstand der laufenden Verfahren.
Wir werden deshalb sowohl die weitere wirtschaftliche Entscheidung von ABO Energy als auch das Genehmigungs- und Regionalplanverfahren weiter kritisch begleiten und neue Entwicklungen hier veröffentlichen.
Auswahl unserer Stellungnahmen an Regionalverband und Genehmigungsbehörde
Die Bürgerinitiative begleitet das Regionalplan- und Genehmigungsverfahren seit Beginn auch fachlich. Hierzu haben wir mehrere detaillierte Stellungnahmen erarbeiten lassen und beim Verband Region Rhein-Neckar eingereicht. Angepasste Fassungen und ergänzende Hinweise wurden auch in das Genehmigungsverfahren eingebracht.
Auch nach Abschluss der zweiten Offenlage haben wir dem Verband Region Rhein-Neckar fortlaufend neue Erkenntnisse zum Vorranggebiet RNK-VRG05-W „Dreimärker / Striet“ übermittelt. Dabei geht es insbesondere um Artenschutz, Wald- und Flächeninanspruchnahme, den Wildtierkorridor sowie um die Frage, ob die bisherige Umsetzbarkeitsprognose vor dem abschließenden Satzungsbeschluss weiterhin Bestand haben kann.
Ergänzender Hinweis der BI zu Artenschutz und Umsetzbarkeitsprognose – September 2026
Ergänzender Hinweis der BI zum Vergleichsfall Windpark Waidachswald – September 2026
19.08.2026 – Ergänzende Hinweise zur abschließenden Abwägung vor Satzungsbeschluss
Zusammenfassende Bewertung der inzwischen konkretisierten Erkenntnisse zu Artenschutz, Wald- und Flächeninanspruchnahme, Wildtierkorridor und regionalplanerischer Umsetzbarkeitsprognose.
21.05.2026 – Ergänzende informelle Stellungnahme zum Vorranggebiet RNK-VRG05-W
Zusammenführung der fortentwickelten Erkenntnislage insbesondere zu Artenschutz, Wald- und Flächeninanspruchnahme sowie weiteren fachlichen Konfliktlagen.
(Hinweis: Diese beiden Stellungnahmen stellen wir aus urheberrechtlichen Gründen nicht als vollständige Dokumente öffentlich bereit. Den zuständigen Stellen wurden sie vollständig übermittelt.)
Ergänzende Stellungnahme der BI zum Fledermausschutz – April 2026
Stellungnahme der BI zur 2. Offenlage des Teilregionalplans Wind – März 2026
Zusammenfassung_Stellungnahme der BI zur 1. Offenlage des Teilregionalplans Wind – Mai 2024
Anhang zur Stellungnahme der BI zur 1. Offenlage des Teilregionalplans Wind – Mai 2024
März 2026: Projekt Dreimärker vor dem Aus!
Das geplante Windindustriegebiet in unserem Wald steht auf der Kippe. Der Projektierer ABO Energy hat erklärt, dass das Vorhaben zu den bestehenden vertraglichen Konditionen wirtschaftlich nicht umsetzbar ist.
Das heißt: Der 2022 geschlossene Vertrag ist in dieser Form nicht realisierbar. Damit entsteht erstmals die Möglichkeit, aus dem Vorhaben einfach auszusteigen.
Wie bereits bekannt, steht ABO Energy wirtschaftlich unter starkem Druck (Abo Energy: Großer Windpark-Projektierer stürzt tief in die roten Zahlen). Das Unternehmen schreibt derzeit erhebliche Verluste und überprüft laufende Vorhaben auf ihre Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig geraten viele andere Windkraftprojekte – besonders im windschwachen Süden Deutschlands – zunehmend unter Druck. Sinkende Vergütungssätze, steigende Baukosten und ungünstige Standortbedingungen führen dazu, dass sich immer mehr Vorhaben wirtschaftlich nicht rechnen. Selbst hohe Subventionen können diese strukturellen Probleme nicht mehr ausgleichen.
Die Gemeinde bestätigt öffentlich, dass für eine Fortführung ein neuer Pachtvertrag erforderlich wäre. Ein neuer Vertrag wäre jedoch laut ABO Energy nur unter deutlich verschlechterten Bedingungen möglich: größere Flächeninanspruchnahme im Wald und geringere Pachtzahlungen für die Gemeinden. Ein wirtschaftlich angeschlagener Projektierer ist jedoch kein Grund, kommunales Vermögen zu schlechteren Bedingungen herzugeben. Wenn die Wirtschaftlichkeit am Standort selbst schwierig ist, dann ist das kein reines ABO-Problem, sondern ein Strukturproblem des Projekts.
Es ist klar, was jetzt passieren muss: Das Vorhaben gehört beendet. Es ist wirtschaftlich nicht tragfähig. Noch weniger Pacht für noch mehr Wald – dazu wird niemand “Ja” sagen. Zumal auch das die strukturellen Probleme der Windkraft nicht lösen wird. Das massiv mit Steuergeld befeuerte System gerät zunehmend unter Druck – die Goldgräberzeit der Windkraftlobby geht sichtbar zu Ende.
Mit der Beendigung des Projektes würde nicht nur unser Wald, sondern auch das Vermögen der Gemeinde vor langfristigen Risiken bewahrt – etwa durch Flächenverlust, Naturzerstörung und riesige Industrie-Ruinen im Wald, deren Rückbau im Ernstfall die Gemeinden tragen müssten.
Anschreiben der BI an Bürgermeister und Gemeinderäte vom 15.03.2026
Rathaus Spechbach: Windpark-Dreimärker
RNZ 17.03.2026: Es gibt große Probleme beim Windpark Dreimärker
November 2025: Rodungsflächen am Dreimärker explodieren. 3 Jahre Bauzeit. Rückbausumme zu gering. Wo bleibt der Aufschrei?
Der Bauantrag für die sieben Windräder wurde von ABO Energy vor gut einem Jahr eingereicht und wird aktuell vom Landratsamt Heidelberg geprüft. Das Verfahren ist leider nicht öffentlich, trotzdem konnten wir die Antragsunterlagen anfordern.
Wir sind schockiert über die beantragten Planungen, insbesondere die umfangreichen Waldrodungen. Statt der ursprünglich angekündigten 1,2 Hektar pro Anlage sollen nun sogar 2,4 Hektar gerodet werden – das ist eine Verdopplung der Rodungsfläche! Für alle sieben Windräder soll somit eine Waldfläche von über 16 Hektar gerodet werden, was rund 24 Fußballfeldern entspricht. In Werbeveranstaltungen und auf der Webseite von ABO Energy war stets von einem wesentlich kleineren Flächenverbrauch die Rede, immer wurde ein naturschonender Eingriff zugesichert (siehe Abbildung). Brisant: Auch im Pachtvertrag stehen die 1,2 Hektar.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob ABO Energy die Öffentlichkeit sowie Bürgermeister und Gemeinderäte möglicherweise falsch über das Ausmaß der Rodungen informiert hat? Oder hatten Bürgermeister und Gemeinderäte von Beginn an Kenntnis darüber? Besonders kritisch: Die Beantragung und Genehmigung einer vermeidbar großen Flächeninanspruchnahme verstößt gegen das Vermeidungsgebot und das Vorsorgeprinzip des Bundes-Immissionsschutzgesetzes.
Bauzeit auf drei Jahre gestiegen: Die Rede war ursprünglich immer von einem Jahr Bauzeit, laut Bauantrag sollen es nun plötzlich drei Jahre werden. Eine derart massive Fehleinschätzung wirft Fragen auf. Drei Jahre Baulärm, Schwerlastverkehr, Wegsperrungen in einem Erholungswald, Störungen für Tiere und das gesamte Ökosystem. Vollkommen inakzeptabel!
Grundwasser- und Artenschutz wird vernachlässigt: Für den Bau wären umfangreiche Geländeverschiebungen erforderlich, die mit dem Grundwasserschutz nicht vereinbar sind. Des weiteren werden nachgewiesene Vorkommen geschützter und teils vom Aussterben bedrohter Arten nicht angemessen berücksichtigt. Die Unterlagen sind voller Fehler, Widersprüche und Ungereimtheiten. Selbst vorgeschlagene Ausgleichsmaßnahmen widersprechen gesetzlichen Vorgaben.
Erwartung an die Gemeinden: Das Projekt muß gestoppt werden! Wir gehen davon aus, dass die Gemeinden im Sinne der Bürger auf die Einhaltung der Pachtverträge bestehen. Mit den aktuellen Plänen ist das nicht möglich. Daher halten wir eine Beendigung des Projektes spätestens jetzt für zwingend erforderlich.
Am 24. November haben wir eine detaillierte Stellungnahme, die alle Fehler und Widersprüche im Bauantrag darlegt, beim Landratsamt Heidelberg eingereicht und die Rhein-Neckar-Zeitung über den Inhalt informiert.
Außerdem: Rückbaukosten – Hohes finanzielles Risiko für die Gemeinden: Der Betreiber ist gesetzlich zum vollständigen Rückbau verpflichtet; hierfür ist eine Rückbaubürgschaft vorgeschrieben. Bei Insolvenz des Betreibers würde die Rückbauverpflichtung auf die Gemeinden übergehen. Für den „Dreimärker“ sind 250.000 € pro Anlage vorgesehen. Neue Berechnungen zeigen jedoch, dass dies deutlich zu niedrig ist. Aktuelle geologische Gutachten anderer Gemeinden, die uns vorliegen, schätzen die Rückbaukosten in 20 Jahren auf etwa 1,4 Mio € pro Anlage. Auch das UPI-Institut Heidelberg bestätigt: Sicherheitsleistungen sind häufig stark unterdimensioniert.
Sind sich Bürgermeister und Gemeinderäte dieses Risikos bewusst? Wir drängen auf eine sorgfältige Prüfung, um zukünftige Vermögensschäden zu vermeiden.
Wir fordern einen sofortigen Ausstieg aus dem Projekt!
November 2024: 25 Bürgerinitiativen aus Baden-Württemberg reichen gemeinsame Petition beim Landtag in Stuttgart ein – Teilen Sie Ihr Anliegen mit Hinweis auf die Petition im laufenden Wahlkampf mit Ihren Abgeordneten!
Am 25. November 2024 hat ein Zusammenschluß von 25 Bürgerinitiativen in Baden-Württemberg eine gemeinsam verfaßte Petition beim Landtag in Stuttgart eingereicht. Unsere Bürgerinitiative ist hier beteiligt. Mit der Petition wird gefordert, dass die in Baden-Württemberg vorzeitige und vollkommen übereilte Ausweisung von Vorranggebieten gestoppt wird, die nach den ehrgeizigen Plänen von Stuttgart bis 30.09.2025 erfolgen soll – nach Bundesvorschrift soll das Ziel erst 2032 erreicht werden. Weiter wird gefordert, dass ein Genehmigungsstopp für Windenergieanlagen verhängt wird, bis mit der Bundesregierung die Energiepolitik überdacht und die Gesetze entsprechend geändert werden.
Link zur Petition an den Landtag
Unser Vorschlag für ein Anschreiben zum Versenden der Petition
Nachtrag: Danke an alle, die sich beteiligt haben!
Nachtrag 2: Die Petition wurde vom Landtag wie zu erwarten abgelehnt. Das Klimadogma verhindert wohl derzeit noch die Befassung mit kritischen Argumenten. Aber wir haben das Thema platziert und zwar mit stimmengewaltiger Beteiligung der Bevölkerung, die in den Parteien nicht ohne Beachtung bleibt. Die Abgeordneten im Landtag erfahren durch solche Aktionen einmal mehr, dass es gehörig brodelt im Land und viele sitzen dort, wie wir hören, mit geballten Fäusten, trauen sich aber aufgrund der medialen und politischen Vernichtung, die ihnen bei Widerspruch drohen könnte, nicht aus der Deckung.
Dazu passend möchten wir auf Prof. Ganteförs Feststellungen im Interview vom 19.4.2025 hinweisen: „Es geht um viel Geld und in der Wissenschaft um sehr viele Stellen und die Existenz ganzer Forschungsinstitute. Diese enorme Macht und das viele Geld entspringen einzig und allein der Beschwörung der Klimapanik. Jeder, der die Klimapanik abschwächt, wird mit allen Mitteln bekämpft. Egal, ob seine Argumente falsch oder richtig sind. Wie ich schon sagte: Es geht schon lange nicht mehr um wissenschaftliche Erkenntnis.“
April 2024: Die Wind-Vorrangfläche in unserem Wald wurde verzehnfacht.
Bürgermeister Braun hat bereits im November 2022 eine weitaus größere Windvorrangfläche beim Regionalverband gemeldet – mit einer Karte der Firma Abo Wind! Im Umkreis von 6 km um den Dreimärker gibt es aktuell SIEBEN Vorranggebiete oder laufende Planungen für Windindustrie.
Der Verband Region Rhein-Neckar hat kürzlich die neuen Vorranggebiete für Windkraft offengelegt. Dabei wurde das Vorranggebiet im Wald zwischen Spechbach, Epfenbach, Lobbach und Reichartshausen VERZEHNFACHT. Nachdem einige Gemeindevertreter der umliegenden Gemeinden und auch der Revierförster offensichtlich nicht wußten, wie es zur Ausweisung dieser vergrößerten Fläche kam, haben wir vom Regionalverband nun Klarheit dazu erhalten: Bürgermeister Braun (Spechbach) hat eine noch größere Fläche bereits im November 2022 unter Verwendung einer Karte der Industrie, namentlich Abo Wind, im Namen aller drei Dreimärker-Gemeinden (Spechbach, Lobbach, Epfenbach) an den Regionalverband gemeldet. Und das, obwohl er wußte, wie groß der Unmut hier vor Ort über das Projekt ist und auch über sein unsägliches Vorgehen bei der Vertragsunterzeichnung im März 2022 (siehe Über uns). Diese Fläche (blau eingezeichnet auf der Karte), die fast unseren gesamten Wald südlich der Landstraße umfaßt, hat der Verband offensichtlich wieder verkleinert.
Abgesehen davon, dass die Ausweisung einer derart riesigen Fläche in unserem Wald durch die Industrie ein Skandal ist, wurde die Bevölkerung erneut nicht informiert. Offensichtlich mauschelt man lieber im Stillen, obwohl der Gemeindewald uns Bürgern gehört. Ein eigenartiges Verständnis von Demokratie! Im momentan laufenden Kommunalwahlkampf hören wir immer wieder von Transparenz. Diese haben wir jedoch in den letzten Jahren schmerzlich vermißt und würden uns hierzu eine lückenlose Aufarbeitung wünschen. Erst unsere Bürgerinitiative hat mit einem Flyer im Januar 2024 alle umliegenden Gemeinden über das offengelegte Vorranggebiet informiert, woraufhin die Gemeinderäte aller drei Gemeinden auf Vorschlag der Verwaltung nun im Umkehrschwung eine Verkleinerung des Vorranggebietes beim Verband anregen lassen möchten. Wir nehmen diesen ganzen Vorgang mit Erstaunen zur Kenntnis.

Im alten Teilregionalplan Windenergie von 2021 hatte der NABU noch eine Verkleinerung der Vorrangfläche aufgrund des Vorkommens schützenswerter Brutvogelarten erreicht. Damals wurden am Ende 25,7 Hektar als Vorrangfläche ausgewiesen. Im jetzt offengelegten Teilregionalplan wurde die Vorrangfläche nun auf 249 Hektar ausgedehnt, womit letztlich schätzungsweise zwei Drittel unseres Waldgebietes südlich der Landstraße L532 betroffen wäre (siehe Karte).
Abo Wind plant(e) im 2. Quartal 2024 den Bauantrag für die bereits geplanten sieben Anlagen zu stellen, wobei ihnen die Vergrößerung des Vorranggebietes das Genehmigungsverfahren deutlich erleichtern würde. Momentan liegen nur zwei der geplanten Anlagen am Rand des alten Vorranggebietes (siehe Karte). Windvorrangflächen verkürzen den Genehmigungsprozess auf ein Minimum. Ein artenschutzrechtliches Gutachten ist in einem Windvorranggebiet nach Abschluß der Regionalplanung voraussichtlich nicht mehr nötig. Darüberhinaus hätte sich Abo Wind damit eventuell Raum für weitere Windräder geschaffen. Im übrigens haben unsere drei Gemeinden insgesamt bereits 371 Hektar unseres Waldes an Abo Wind verpachtet (85 Hektar Spechbach, 270 Hektar Epfenbach, 16 Hektar Lobbach), so steht es in den geschlossenen Pachtverträgen.
Danke an alle, die Einwendungen gegen das neue Vorranggebiet an den Regionalverband geschickt haben! Eine tolle Aktion mit großem Engagement in der Bevölkerung!
Insgesamt befinden sich aktuell SIEBEN Vorranggebiete oder aktuelle Planungen für Windindustrie im Umkreis von 6 km um den Dreimärker. Zusätzlich zu unserem eigenen:
- Zwischen Waldwimmersbach und Reichartshausen
- Nördlich von Waldwimmersbach/Reichartshausen auf der Gemarkung von Schönbrunn
- Südlich von Epfenbach auf der Gemarkung Helmstadt und Waibstadt
- Langenzell (5 Windräder bereits geplant, RNZ)
- Eschelbronn (Vorranggebiet an den Verband gemeldet)
- Helmstadt (9 Windräder bereits geplant, RNZ)

Wenn man davon ausgeht, dass pro Vorranggebiet fünf bis zehn Windräder geplant werden, sollen uns in naher Zukunft 35 bis 70 Windräder umzingeln. Die Anlagen erreichen inzwischen eine Höhe von fast 300 Metern. Eine sogenannte „Nachverdichtung“ ist noch dazu nicht unüblich, siehe Hainstadt (Buchen) im Odenwald. Die ersten vier Anlagen waren noch nicht in Betrieb, waren bereits elf weitere in Planung. Wir sind erschüttert ob dieser Planungen! Wer möchte zwischen diesen lärmenden und zappelnden Industrieanlagen noch leben? Wer verspricht, dass uns die Anlagen nicht krank machen? Was werden unsere Immobilien noch wert sein? Was für eine Welt übergeben wir an unsere Kinder?
Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass unsere wunderschöne Landschaft auf Jahrzehnte zerstört wird.
Quellen zur Regionalplanung: Zum einen der Umweltbericht des alten und des neuen (jetzt offengelegten) Teilregionalplans Wind. Im Plan von 2021 erfolgte noch eine seitenlange Ausführung zum Naturschutz und anderen Belangen. Der offengelegte Plan für 2024 hat plötzlich nur noch eineinhalb Seiten, trotz Verzehnfachung der Fläche. Uhu, Baumfalke, Milan, Römerstraße u.s.w. – all dies findet keine Erwähnung mehr.
-> Teilregionalplan Wind – Umweltbericht 2021 (unser Wald ab Seite 93 (bzw. Seite 101 des PDF-Zählers))
-> Teilregionalplan Wind Offenlage – Umweltbericht Januar 2024 (unser Wald ab Seite 193)
Die fast eine halbe Million eingegangenen Einwendungen in der Neckar-Alb-Region haben uns als Anregung gedient: Sieben Bürgerinitiativen aus der Region Neckar-Alb haben am 11.04.2024 dem Regionalverband 438.921 Einwendungen gegen dessen Windkraftpläne übergeben. Die Einwendungen wurden dem Direktor des Regionalverbandes per Lastwagen übergeben. Mehr

Feb 2024: Wissenschaftler weisen Fehler im Windatlas Baden-Württemberg nach. Berichterstattung in der RNZ führt zu Rücknahme der Publikation.
Haben wir noch eine freie Wissenschaft oder unterliegt sie politischer Willkür? Wie politisch unabhängig arbeitet die RNZ?
Der wissenschaftliche Fachverlag SpringerNature hat am 23.11.2023 die Publikation „Der Windatlas in Baden-Württemberg 2019 im Realitätscheck von Dr.-Ing. Detlef Ahlborn, Dipl.-Ing. (FH) Jörg Sauer und Prof. Dr. Michael Thorwart ohne weitere gutachterliche Begründung und ohne Angabe von konkreten Gründen zurückgezogen. In dieser Publikation wurden die Prognosen zur Windhöffigkeit in BW einer Überprüfung mit echten Ertragsdaten unterzogen. Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist, dass die prognostizierten Erträge aus dem Windatlas bis zu 30 Prozent über den real erzielten Erträgen liegen. Weitere zentrale Schwächen wurden herausgearbeitet.
Angestoßen wurde die Zurückziehung durch einen Zeitungsartikel in der RNZ vom 12.7.2023 mit dem Titel Wissenschaft oder Kampfschrift von Denis Schnur und Julia Schulte. Fachlich begründet wird die Kritik in diesem Artikel weniger, vielmehr könnte man den ganzen Artikel als tendenziös polemisch bezeichnen. Warum der Verlag SpringerNature sich offensichtlich durch diesen Artikel so stark unter Druck gesetzt gefühlt hat, dass er ohne Angabe von Gründen die Publikation zurückgezogen hat, ist fraglich. Gibt es die freie Wissenschaft in unserem Land noch oder werden wissenschaftliche Publikationen eventuell nach politischen Motiven als „genehm“ und „nicht genehm“ beurteilt? Ein besonderes Geschmäckle bekommt die Angelegenheit auch dadurch, dass Redakteur Denis Schnur in der Vergangenheit bereits eng mit dem Medienunternehmen CORRECTIV zusammengearbeitet hat, welches in jüngster Zeit bereits in einen Medienskandal in Zusammenhang mit Falschaussagen verwickelt war.
Des weiteren sollten alle ausgewiesenen Vorranggebiete und konkrete Planungsstandorte von Windkraftanlagen in BW nun neu bewertet werden. BW ist ohnehin bereits das windschwächste Bundesland.
Lesen Sie hier die vollständige Stellungnahme der drei Wissenschafter zu diesem dubiosen Vorfall: Offene Stellungnahme der drei Wissenschaftler zur Zurückziehung ihrer Publikation
22. Okt 2023: Nachbargemeinde Waibstadt stimmt gegen Windindustrie im Wald
Die Mehrheit der Waibstädter und Daisbacher hat sich im Bürgerentscheid gegen die elf geplanten Windräder im angrenzenden Gemeindewald entschieden. Wir gratulieren! Der Wald sagt Danke! Wir hoffen sehr, dass unsere Politiker endlich einsehen, dass Industrieanlagen im Wald nichts zu suchen haben. Wir brauchen den Wald, er muß besser geschützt werden, so wie das von der EU auch vorgeschrieben ist. Beim Thema Naturschutz ist Deutschland ein Schlußlicht. Es kann nicht sein, dass hier für Selbstverständlichkeiten gekämpft werden muß. Es wird Zeit, dass politische Gremien wieder die Interessen der Menschen vertreten.
RNZ: Waibstadt – Mehrheit der Bürger stimmt gegen Windpark
30. Juli 2023: Mopsfledermaus in unserem Wald nachgewiesen – Der NABU gratuliert!
Im Rahmen des NABU-Mopsfledermausprojektes wurde diese besondere Fledermausart nun in unserem Wald nachgewiesen. Die vom Aussterben bedrohte Art ist streng geschützt und spricht absolut gegen den Bau von Windrädern in unserem Wald, was im Genehmigungsverfahren berücksichtigt werden muss. Neben der Mopsfledermaus wurden folgende weitere Fledermausarten nachgewiesen: Kleiner Abendsegler, Breiflügelfledermaus, Zwergfledermaus, Großes Mausohr, Große und Kleine Bartfledermaus, Fransen- und Wasserfledermaus.
Untersuchungsergebnisse NABU Spechbacher Wald – Fledermausvorkommen
Fledermäuse spielen bei der Genehmigung von Windrädern eine besondere Rolle. Denn zum einen stehen alle in Deutschland heimischen Fledermausarten auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Zum anderen sind Fledermäuse durch Windräder besonders gefährdet, denn sie sind auf alte geschlossene Wälder als Lebensraum angewiesen und sterben leider sehr schnell, wenn sie nur in die Nähe der gewaltigen Rotoren kommen durch das sogenannte Barotrauma – ihre dünnwandigen Blutgefäße platzen allein durch den erzeugten Unterdruck und sie verbluten innerlich.
Hier mehr Infos zum NABU-Projekt und zur Mopsfledermaus
Erfolg gegen Planung von WKA in Nordhessen aufgrund von Fledermausvorkommen
23. Juli 2023 – Nachbargemeinde Meckesheim stimmt gegen Windindustrie im Wald!
Unsere Nachbargemeinde Meckesheim hat sich in einem Bürgerentscheid zu 61 Prozent gegen Windindustrie in ihrem Gemeindewald ausgesprochen. Hier wurden die Bürger gefragt, was man den Gemeindevertretern zugute halten muss. Ungleich verteilt waren die Kräfte allerdings bei der Information der Bürger: einer kleinen BI stand eine professionelle Marketingkampagne der RWE, die Unterstützung durch das steuerfinanzierte Forum Energiedialog BW und die Gemeinde gegenüber. Allesamt haben geschlossen und einseitig versucht, die Bürger von der sog. „sauberen“ Energie zu überzeugen. Es ist schade, dass hier immer noch viele Unwahrheiten verbreitet werden.
Wir gratulieren Meckesheim! Unsere eigenen Gemeinden haben die Chance der Bürgerbefragung leider nicht in Erwägung gezogen, was ihnen natürlich viele Menschen übelnehmen.
Was ist Ihre Antwort auf den Ausgang in Meckesheim, werte Gemeindevertreter? Welche Maßnahmen leiten Sie daraus ab? Kündigen Sie den Vertrag mit Abo-Wind oder machen Sie Platz für einen demokratischeren Neuanfang – das wäre unser Vorschlag!
RNZ: Bürgerentscheid in Meckesheim – 60,96 Prozent gegen den Bau von Windrädern im Wald
SWR2 zu Meckesheim: Wald oder Windpark – Wenn die Energiewende an die eigene Haustür klopft
Juli 2023: Massiver und für die Jahreszeiten ungewöhnlicher Holzeinschlag in unserem Wald
Das ganze Frühjahr bis jetzt in den Sommer hinein wurden ungewöhnliche und massive Holzeinschläge in unserem Wald vorgenommen. Viele Spaziergänger haben sich bei uns gemeldet, weil sie diese Form des Einschlages während der Brut- und Setzzeit und auch in den Sommermonaten so noch nie beobachtet haben. Wir haben mehrfach die Presse und Forstbehörde dazu kontaktiert. Angeblich erfolgen alle Einschläge wegen Käferbefalls, allerdings wurden zusätzlich auch Buchen und Douglasien geschlagen. Viele Bürger befürchten, dass es sich hierbei um Vorbereitungen für die Windräder handeln könnte. Was besonders widersprüchlich ist: All diese enormen Störungen finden statt, obwohl gerade das artenschutzrechtliche Gutachten in unserem Wald läuft. Natürlich werden dadurch die Ergebnisse verfälscht. Unser Anwalt wird diese Vorfälle im Genehmigungsverfahren bzw. bei einer möglichen Klage nutzen.
Rhein-Neckar-Zeitung 22.5.2023: Spechbach: Baumfällungen sorgen für Aufregung

Mitte Juni 2023
Die jungen Mäusebussarde werden langsam flügge. Die Milane sind gerade erst geschlüpft und das Schlüpfen der Wespenbussarde erwarten wir für Anfang Juli. Hier junge Mäusebussarde in unserem Wald an ihrem Horst.


Mai 2023
Greifvögel: Die ersten Jungtiere sind da! Fasziniert schauen wir zu, wie sich immer mehr Bruthorste in Kinderstuben verwandeln. Prof. Wink von der Uni Heidelberg hat nach Begehung unseres Waldes bestätigt, dass wir eine außergewöhnliche Horstdichte in unserem Wald haben. Außerdem hat er uns eine reiche Artenvielfalt bestätigt. Er wird uns weiter unterstützen und wir danken ihm recht herzlich dafür. Wir sehen also gute Chancen, die Baugenehmigung über den Artenschutz zu kippen. Wir bleiben dran! Für unsere Natur! Es lohnt sich!

März 2023
Greifvogelhorste: Viele Menschen haben geholfen, über den Winter Greifvogelhorste im Wald zu finden. Dank ihnen haben wir jetzt einige Dutzend Horste dokumentiert und werden zusammen mit einem Ornithologen im Laufe des Frühjahrs beobachten, welche Vögel dort einziehen, um diese Daten für unser eigenes Artenschutzgutachten zu verwenden. Des weiteren konnten wir bereits Vorkommen von Eulenvögeln und gefährdeten Spechten nachweisen.

Stand der Dinge im Oktober 2022
Es ist nichts entschieden!
Die Pachtverträge mit ABO Wind über 350 Hektar unseres Waldes sind im Frühjahr diesen Jahres von den drei Bürgermeistern unserer Gemeinden ohne Einbeziehung der Bürger unterzeichnet worden. Wir als Bürgerinitiative haben die breite Öffentlichkeit über das Projekt informiert und haben versucht, Volkes Stimme Gehör zu verschaffen. Aber unsere Volksvertreter waren an der Meinung ihrer Bürger nicht interessiert (siehe auch Über uns), das winkende Geld war vermutlich zu verlockend. Der politische Weg ist damit abgeschlossen, was nun beginnt ist die Phase der Gutachten für das Genehmigungsverfahren – zum Beispiel zum Artenschutz. Das Artenschutzgutachten läuft von September 2022 bis September 2023. Die Ergebnisse dieser Gutachten entscheiden über die Genehmigung oder Ablehnung des Bauantrages und bieten uns in unserem artenreichen Wald gute Chancen, unsere einzigartige Natur vor diesem absurden Projekt zu schützen.
Unsere nächsten Schritte: Eigene Gutachten mit anwaltlicher Begleitung
Laut Planung hat ABO Wind bereits begonnen, Gutachter – die von ABO Wind bezahlt werden (!) – in unseren Wald zu schicken, um gefährdete Arten zu dokumentieren, die gegen das Projekt sprechen würden. Die Bürgerinitiative hat nun einen Anwalt beauftragt, der seit 30 Jahren Spezialist für das Thema Windkraft ist, um die nächsten Schritte professionell zu begleiten. Das Geld für den Anwalt zusammen zu bekommen war kein Problem, da viele Menschen ohne Zögern bereit waren, für den Erhalt unserer Natur einen Beitrag zu leisten. Mit seiner Unterstützung werden wir in den kommenden zwölf Monaten eigene Naturbeobachtungen durchführen, nach geschützten Arten suchen und diese an den Anwalt weiterreichen. Gerade die Dokumentation der Greifvogelhorste hat hierbei eine besondere Relevanz. Mit Hilfe einiger Kenner unseren Waldes konnten wir glücklicherweise bereits einige Horstbäume kartografieren.
Naturbeobachtungen – Machen Sie mit!
Jede Sichtung einer geschützten Art, jeder weitere Greifvogelhorst kann entscheidend sein! Insofern freuen wir uns über jeden der mithilft, gefährdete Arten in unserem Wald zu finden. Wir haben Fachleute an der Hand, die uns in die Naturbeobachtungen einweisen und genaue Anweisungen geben, wo und wie wir suchen können. Die ersten Beobachter sind bereits aktiv. Insofern hilft uns jeder Laie, der etwas für unseren Wald tun und vielleicht etwas dazulernen möchte, aber natürlich auch Menschen, die sich im Wald gut auskennen – Jäger, Waldbesitzer, Naturkenner. Melden Sie sich bei uns – info@pro-landschaftsschutz.de! Sie können uns selbstverständlich auch anonym dabei unterstützen. Melden Sie uns einfach Ihre Funde!
Unterstützen Sie uns mit einer Spende!
Jeder Euro gibt uns mehr Möglichkeiten, Geräte für die Naturbeobachtungen anzuschaffen oder Gutachter zu bezahlen. Alle Spender bleiben anonym.
PayPal: info@pro-landschaftsschutz.de
Überweisung an Pro-Landschaftsschutz: DE 86 5001 0517 5424 4938 54

Die EU steht hinter uns – Wir brauchen nur Geduld
Bundesnaturschutzgesetz verstößt gegen europäisches Recht!
Im Juli 2022 wurde das Bundesnaturschutzgesetz erneut geändert, um den Ausbau von Windkraft auch an naturschutzrechtlich problematischen Standorten durchsetzen zu können. Ein Rechtsgutachten der Naturschutz-Initiative hat offengelegt, dass die gemachten Änderungen Europäischem Recht widersprechen – u.a. bei den Abstandsregelungen zu kollisionsgefährdeten Brutvogelarten. Für uns heißt das: Das europäische Artenschutzrecht stärkt uns den Rücken, da es über dem deutschen steht und wir können uns auf Urteile des Europäischen Gerichtshofs berufen.
EU-Biodiversitätsstrategie 2030 – Der Schutz der Natur hat für die EU Priorität
Die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 ist ein umfassender, ehrgeiziger und langfristiger Plan zum Schutz der Natur und zur Umkehrung der Schädigung der Ökosysteme. Die Strategie zielt darauf ab, die Biodiversität in Europa bis 2030 auf den Weg der Erholung zu bringen. Dazu sieht sie eine Reihe konkreter Maßnahmen und Verpflichtungen vor, u.a. mindestens 30 Prozent der EU-Landfläche in Schutzgebiete zu verwandeln. Auch wenn die deutsche Regierung die Vorgaben der EU aktuell noch ignoriert, die Zeit wird der Natur und der Vernunft in die Hände spielen.

Wenn Sie informiert bleiben möchten, melden Sie sich gern bei unserem E-Mail Newsletter an.

